Bundesbank-Präsident Nagel fordert mehr europäische Stablecoins
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat sich wiederholt für mehr europäische, euro-denominierte Stablecoins ausgesprochen. Sein zentrales Argument: Rund 99 Prozent aller Stablecoins sind derzeit an den US-Dollar gebunden.
Darin sieht Nagel die Gefahr einer „digitalen Dollarisierung“. Sollten dollar-basierte Stablecoins auch in Europa zum Standard für digitale Zahlungen werden, könnte das die Abhängigkeit von US-Systemen erhöhen und Europas Souveränität schwächen.
Nagel lehnt Stablecoins deshalb nicht ab, sondern fordert wettbewerbsfähige europäische Alternativen. Diese könnten günstige grenzüberschreitende Zahlungen ermöglichen und die Unabhängigkeit vom US-Dollar stärken.
Zugleich dringt der Bundesbank-Präsident auf mehr Tempo beim digitalen Euro – der geplanten digitalen Zentralbankwährung der EZB. Eine erste Ausgabe hält er ab dem Jahr 2029 für denkbar.
Digitaler Euro und private Euro-Stablecoins schließen sich dabei nicht aus: Die Zentralbankwährung würde die Basis bilden, während regulierte Stablecoins zusätzliche, marktnahe Anwendungen abdecken könnten.



